AufgabenAufgaben

Die Aufgabe stellt höchste Anforderungen an die ästhetische, räumliche und funktionale Qualität, an die Berücksichtigung der städte­baulichen Situ­ation, sowie an die wirtschaftliche Konzep­tion und Planung bei Erstellung und Betrieb. Der Neu­bau soll den Standort zu einem heraus­ragen­den künstlerischen, urbanen und gesell­schaft­lichen Anziehungspunkt der Stadt machen.
Im Norden grenzt das Museum Folkwang an das Kulturwissenschaftliche Institut (KWI), eines der bedeutendsten Forschungsinstitute Nordrhein-Westfalens. Gemeinsam kön­nen Museum Folk­wang und KWI einen kreativen Campus bilden, in dem Kunst und Wissenschaft sich austauschen.

Das neu zu errichtende Gebäude hat hauptsächlich folgende Funktionen aufzunehmen:

– Eingang mit Foyer, Restau­rant, Buchladen, Projekt­raum
   (der auch für Kinder- und Jugend­liche zur
   Ver­fügung steht)
– Multifunktionsraum
– Räume für Wechselausstellungen
– Ausstellungsräume der Sammlungen Malerei und Skulptur
   sowie Kunstgewerbe
– Ausstellungsräume der Fotografischen Sammlung
– Ausstellungsräume des Deutschen Plakat Museums
– Ausstellungsräume der Grafischen Sammlung
– Räume für Depots
– Räume für Werkstätten
– Tiefgarage

Geschichte und Bedeutung der Sammlung
Das 1902 von Karl Ernst Osthaus in Hagen gegründete Museum Folkwang ist das erste Museum für zeitgenössische Kunst in Europa. Auch nach der Verlegung seiner wichtigsten Sammlungsbestände von Hagen nach Essen im Jahre 1922 konnte es seine Sammlungstätigkeit auf höchstem Niveau fortsetzen, so dass es heute zu den bedeutendsten Museen der klassischen Moderne in Deutschland zählt. Das MuseumFolkwang verdankt seinen Ruf den heraus­ragen­den Sammlungen zur Malerei und Skulptur des 19. Jahrhunderts, der klassischen Moderne sowie der Kunst nach 1945.
Neben Abteilungen für Malerei und Skulptur so­wie für Grafik wurde 1979 die Fotografische Samm­lung einge­richtet, die heute zu den wich­tigsten ihrer Art in Europa zählt. Die Abteilung der Male­rei und Skulptur umfasst ca. 550 Gemälde und 250 Plastiken, die Grafische Sammlung ca. 12.000 Arbeiten auf Papier, die Fotografische Sammlung über 50.000 Fotografien und mehrere Künstler­nachlässe.
Der Bestand der antiken und außereuropäischen Kunst sowie des europäischen und außereuropäi­schen Kunst­gewerbes von 4000 v. Chr. bis ins 19. Jahrhundert umfasst 1800 Objekte. Dieser Samm­lungsteil wird eigene Ausstellungs­räume im Untergeschoss des Altbaus erhalten, aber auch in Kombi­nation mit anderen Sammlungsteilen, vor allem der Malerei und Skulptur im Alt- und im Neubau präsentiert werden.
Dem Museum Folkwang organisatorisch angeglie­dert ist das Deutsche Plakat Museum, das als eigene Abteilung mit ca. 350.000 Plakaten zu den größten Sammlungen Europas zählt und die Ent­wicklung des deutschen Plakats im europäi­schen Kontext dokumentiert. Das Deutsche Plakat Mu­seum wird künftig auch räumlich in das Museum Folkwang eingegliedert sein.

Der Altbau
Seit 1929 verfügt das Museum in Essen über ein eigenes Museumsgebäude an der Goethestraße. Es wurde 1944/45 zerstört und durch einen Neu­bau ersetzt (Bauteil A). Dieser Gebäudekomplex wurde in den fünfziger Jahren von Werner Kreutz­berger und Horst Loy geplant und 1960 eröff­net. Das Gebäude gehört durch seine Anlage, seine sicheren Proportionen und abwechslungsreichen Raumfolgen, durch seine Transparenz und durch die Gegenwart natürlichen Lichtes zu den gelun­gensten Museumsbauten der Nachkriegszeit. Von 1996 bis 1999 erfolgte eine umfassende Sanie­rung. Bauteil A dient der Präsentation wich­tiger Teile der Sammlung, vor allem der Gemälde und Skulpturen des 19. und 20. Jahrhunderts. Er um­fasst ca. 4500 qm Nutzfläche, davon 2600 qm Ausstellungsfläche. Bauteil A steht heute unter Denkmalschutz.

Sammlungsausbau, Ausstellungen, Aktivitäten
Das Museum Folkwang verfolgt eine aktive Erwer­bungspolitik vor allem im Bereich der Gegen­wartskunst, unter Einschluss der neue Medien, der Fotografie und Grafik. Hier ist der größte Zu­wachs zu erwarten. Die für den Neubau gedach­ten Räume für die Sammlung müssen daher auch die in den nächsten Jahren stattfindende Erwei­terung der Sammlung aufnehmen.
Das Museum Folkwang veranstaltet zahlreiche Ausstellungen vor allem zur Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts, zur Gegenwartskunst und zur Foto­grafie, gestützt von seinen Sponsoren und Part­nern. Die großen Publikumsausstellungen zur klassischen Moderne und zum 19. Jahrhundert bringen im Rhythmus von 2–3 Jahren 300.000 bis 400.000 Besucher innerhalb von 3–4 Monaten in das Museum. Bedeutend sind aber auch die Aus­stellungen zur Gegenwartskunst und zur Fotogra­fie. In allen diesen Bereichen will das Museum Folkwang seine Aktivität ausbauen. Das bezieht sich auch auf die Zusammenarbeit mit Künstlern. Das Museum Folkwang war in den 60er Jahren die erste Institution mit einem Videostudio, das Geschichte geschrieben hat. An diese Tradition gilt es anzuknüpfen, um das Museum erneut zu einem Ort künstlerischer Produktion zu machen. Das setzt ein hohes Maß an räumlicher und funk­tionaler Flexibilität voraus.

Kommunikation, Vermittlung, Besucherservice
Das heutige Museum muss die offene Ausein­andersetzung mit den verschiedensten Formen der Kunst ermöglichen und fördern. Es muss Räume der Ruhe und Konzentration für die Begeg­nung mit Kunst schaffen und zugleich ein offenes Forum sein, ein Treffpunkt und Ort des gesell­schaftlichen Geschehens und der Diskussion. In diesem Zusammenhang spielen auch das Restau­rant, der Buch- und Museumsladen, die Vortrags- und Begegnungsräume eine wichtige Rolle.
Eine zentrale Rolle spielt in der Konzeption für das erweiterte Folkwang die Kommunikation mit den Besuchern und den verschiedensten Gruppen und Schichten der Bevölkerung. Als öffentliche Institution hat das Museum die Aufgabe, seine Aktivitäten durch umfassende Vermittlungsarbeit der Bevölkerung näher zu bringen und viele Men­schen an seinen Initiativen teilhaben zu lassen. Dadurch erfüllt es auch seine Bildungsaufgabe, die eine eminent soziale Auf­gabe ist. Der Bildung und Vermittlung, Kommunikation und Öffentlich­keitsarbeit kommt daher im neuen Museum eine besondere Bedeutung zu. Hierher gehört auch die öffentlich zugängliche Bibliothek mit ihren Katalo­gen, Nach­schlagewerken und Internet-Zugängen. Das Museum ist auch ein Ort des Studiums. Das neue Museum muss flexibel sein, um auf neue Entwicklungen schnell und flexibel reagieren zu können.

Wirtschaftlichkeits- und Ökologiekonzept
Es werden hohe Maßstäbe in Bezug auf die Wirtschaftlichkeit im Erstellen und Betrieb des neuen Gebäudes angelegt. Dies muss sich in der Wahl des konstruktiven Systems, in den Material­vorschlägen, den Grundrissgestaltungen und im Verhältnis von Hauptnutzfläche zu Rauminhalt ausdrücken.

Lageplan Museum Folkwang 2006, Copyright: [phase eins], Berlin
 
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