Franz Burchard Dörbeck
Berliner Redensarten: / Oh!
Bange machen gelt nich!
Deutschland, Berlin, vor 1835
k.A. zur Druckerei
Lithographie, koloriert
18,3 x 13,3 cm
Die Sammlung des DPM enthält zahlreiche Flugblätter und Anschlagzettel des 17. bis 19. Jahrhunderts. Neben diesen Vorläufern des Plakats befinden sich auch Grafiken, Illustrationen und Karikaturen in der Sammlung, die zeitgenössische Reaktion auf das neue Medium Plakat reflektieren. Die Karikatur von Franz Burchard Dörbeck spiegelt einen typischen Moment in der Frühzeit des Plakats wider.
Das so genannte wilde Kleben verunstaltete die deutschen Städte bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts hinein. Es gab keine Regeln, jeder klebte seine „Zettel“ an die Stelle, die er für richtig hielt. Versuche, mit Vereinsgründungen (Heimatschutzvereine), Verboten, Erlassen und Schildern dagegen vorzugehen, hatten aber keinen Erfolg. Erst die von Ernst Litfaß (1816-1874) erfundene, so genannte Litfaßsäule verschaffte Abhilfe, zunächst in Berlin. In der Nacht vor der Übergabe der ersten Litfaßsäule am 1. Juli 1855 wurden großflächig Anschlagzettel und Plakate im Stadtgebiet entfernt und durch massive Polizeipräsenz dem wilden Kleben Einhalt geboten.
Dörbeck, Franz Burchard (1799-1835)
Kupferstecher, Steinzeichner, Illustrationsstecher, Lithograf (Russland, Deutschland)
Ausbildung in St. Petersburg und Riga, seit 1823 in Berlin


