Josef Fenneker
Das Frauenhaus von Breskia
Deutschland, Berlin, 1920
Dinse & Eckert, Berlin
139,8 x 92,5 cm
Nach dem ersten Weltkrieg erreichte der Expressionismus auch das Plakat. Zunächst waren es politische Plakate, die in ihrer Gestaltung die ‚zerrissene Zeit’ widerspiegelten, ihnen folgten die Plakate für Kunst und Kultur. Ein wichtiger Vertreter des expressionistischen Filmplakats war Josef Fenneker.
Die Handlung des Stummfilms „Das Frauenhaus von Brescia“ (Hubert Moest, 1920) ist im deutschen Mittelalter angesiedelt und erzählt ein dramatisches Frauenschicksal: Heinrich der Lützelburger erhält die langobardische Königskrone. Seine Frau Margarete reist ihm nach, wird in Brescia gefangen genommen und in ein Frauenhaus (Bordell) gesteckt. Nach der Hamburger Uraufführung im August 1920 (Lessing Theater) und der Berliner Premiere (Marmorhaus) einen Monat später, wurde der Film von der Filmoberprüfstelle A 55 per Beschluss vom 27. Juli 1921 verboten. Nach Einspruch konnte der Film ab dem 21. September 1921 wieder gezeigt werden. Ein erneutes Verbot suchte die Produktionsfirma durch erhebliche Eingriffe in verschiedene Filmszenen zu umgehen. Am 5. August 1923 wurde jedoch die Aufführung des Films endgültig verboten.
Fenneker, Josef (1895-1956)
Maler, Bühnenbildner, Gebrauchsgrafiker (Deutschland)
Studium in Düsseldorf, München und Berlin, Meisterschüler von Emil Orlik. In Berlin vornehmlich Filmplakatentwürfe. Tätigkeit für mehrere bedeutende europäische Theater. Wichtiger Vertreter des expressionistischen Filmplakats.


