Edgar Degas

Tänzerin an einer Säule lehnend

Kohle auf Papier 1895/98

Von 1860 an bis zu seinem Tod 1917 setzte sich Degas intensiv mit dem Thema Ballett auseinander. Nachdem die Pariser Nouvel Opéra eröffnet hatte, war er dort häufiger zu Gast – auch hinter den Kulissen. In den 1880er und 1890er Jahren wurden Tänzerinnen zu seinem bevorzugten Motiv. In unserer Zeichnung vermochte er mit dem Kohlestift so viele Valeurs (Tonwerte) hervorzubringen, dass für den Betrachter sofort verständlich wird, warum Degas einmal über sich selbst sagte: "Je suis coloriste aves la ligne." („Ich bin Kolorist mit der Linie.“)

In seinen Bildern interessierte Degas nicht die menschliche Anteilnahme, sondern jener Augenblick, der das sichtbar macht, was das menschliche Auge zu übersehen pflegt.

Hierbei spielte zweifellos die Augenblicksfotografie jener Zeit eine inspirierende Rolle. Das zeigen die scheinbaren Zufälligkeiten, wie z. B. das Abschneiden des Teils einer Figur durch den Bildrand. Im Gegensatz zur Fotografie, die in der Momentaufnahme eine Bewegung wie gefroren erscheinen lässt, versteht es Degas jedoch, die Figuren in ihren flüchtigen Bewegungen überzeugend darzustellen.

Perseus 1941
© Museum Folkwang 2007
 
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