Leo von Klenze

Das Tor des Königs Kokolos Gouache

1823/24

Leo von Klenze, der in der Hauptsache als Architekt tätig war, zeichnete und aquarellierte vor allem architektonische Denkmäler, die er mit scharfer Beobachtungsgabe in unpathetischen und nüchternen Bildern  festhielt. Dabei verstand er es, das Gesehene mit lebendigen Farben zu vergegenwärtigen. Um die Schärfe des südlichen Lichts anschaulich darzustellen, gebrauchte er einen Hell-Dunkelkontrast, den er in diesem Bild auf einen dunklen, mit Agaven bewachsenen Vordergrund aufbaut. Dieser kontrastiert mit dem hellen, sonnenbeschienenen Mauerwerk. Am strengen Aufbau des Bildes und nicht zuletzt an der tektonischen Gliederung der Felsen erkennt der Betrachter den Architekt.

Die figürliche Staffage verwendete Klenze als unmittelbar anschaulichen Maßstab der dargestellten Architektur. Hier sind es zwei antikisierende Figuren mit so genannten phrygischen Mützen, die zugleich auf die mit dem Ort verbundene mythologische Überlieferung hinweisen. An dieser Stelle sollen nämlich die Töchter des Königs Kokolos, des sagenhaften Herrschers von Sizilien, König Minos von Kreta im Bad verbrüht haben.

Perseus 1941
© Museum Folkwang 2007
 
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