Martin Lehmann
Wir schlagen Sie – und
zeichnen Kriegsanleihe!
Deutschland, 1918
Kunstanstalt Oscar Consée,
München Farblithographie
70,5 x 47,3 cm
Die festgefahrene Situation an der „Westfront“ verlangte aus der Sicht der Generäle nach neuen militärischen Mitteln, um den Stellungskrieg wieder in einen Bewegungskrieg überführen zu können. Seit 1915 wurde in England an einer solchen neuen Waffe gearbeitet, für die sich bald ihr ursprünglicher Code-Name „Tank“ (engl. Wassertank) als allgemein gebräuchlicher Name durchsetzte. Am 15. September 1916 – in der Schlacht an der Somme – setzte die 4. britische Armee ihre neue Waffe erstmalig ein. Der militärische Erfolg des Panzers blieb im Ersten Weltkrieg bedeutungslos, die psychologische Wirkung jedoch war enorm. Deutsche Soldaten flohen in Panik vor den heranrollenden Ungetümen. Auf dem Plakat ist der Panzer Mark IV (gebaut ab Mai 1917) zu erkennen, der mit 1015 Exemplaren der meistgebaute britische Panzer des Ersten Weltkriegs wurde.
Lehmann, Martin (1884-?, seit 1945 verschollen)
Maler, Gebrauchsgrafiker, Kunstgewerbler (Deutschland)
Studium – zusammen mit seinem Zwillingsbruder Walter (1884-1921) – an der Kunstgewerbeschule in Dessau und an der Lehranstalt des Kunstgewerbemuseums in Berlin bei Max Koch. Bis ca. 1913 Plakatentwürfe für die Druckerei Arnold Weylandt, Berlin. Danach Gründung des Werbeateliers in Berlin-Steglitz. (Signatur „Lehmann-Steglitz“). Neben Plakaten vor allem Illustrationen und Inserate für die „Berliner Volkszeitung“ (1918) und „Das Plakat“ (1919). Seit 1913 Mitglied des Deutschen Werkbundes. 1914 Mitglied im „Vertrauens-Ausschuß der Freien Vereinigung für Reklame-Kunst und Reklame-Wissenschaft“. Nach dem Tod seines Bruders führte er das Atelier alleine weiter.


