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Bauhaus am Folkwang

Bühnenwelten

28. April – 8. September 2019

Anlässlich von „100 Jahre Bauhaus“ gibt das Museum Folkwang Einblick in seine eigenen Bestände: Im wechselnden Zusammenspiel von Malerei, Grafik, Plakat, Fotografie und Bewegtbild folgen drei Kabinettausstellungen den vielfältigen Verbindungslinien zwischen dem Museum Folkwang und dem Bauhaus. Im Verlauf des Bauhaus-Jahres widmet sich das Museum Folkwang mit Lyonel Feininger (18.1. – 14.4.2019) den expressionistischen Anfängen der Schule, stellt die Bühnenwelten (28.4. – 8.9.2019) am Bauhaus vor und zeichnet am Beispiel von László Moholy-Nagy (20.9. – Dez. 2019) die Hinwendung zu Fotografie und Film nach.

In Bühnenwelten zeigen rund 40 Werke, dass die Lust am Spiel sowie an der Inszenierung Arbeit und Leben am Bauhaus miteinander verband. Anhand von Druckgrafik und Fotografie werden die zeitlich begrenzten und somit flüchtigen Aufführungen im Bauhaus-Kontext nachvollziehbar und in der Filmbox im Foyer des Museums durch Projektionen lebendig. Die Exponate illustrieren die Entwicklung der berühmten Bauhausbühne und thematisieren auch weniger bekannte Phasen wie die expressionistische Anfangszeit oder das Agitproptheater der Jungen Bauhaus-Bühne, die sich im letzten Jahr der Bühnenwerkstatt gründete.

Lothar Schreyer (1886–1966) wurde 1921 als erster Meister der Bühnenwerkstatt nach Weimar berufen. Anhand einer Werkgruppe von sieben druckgrafischen Arbeiten stellt die Ausstellung Schreyers expressionistische Bühnenkunstwerke vor, zu denen unter anderem der Spielgang Kreuzigung (1920) sowie die frühe Partitur zur Dichtung Erinnerung von August Stramm (1917–20) gehören. Letztere konnte anlässlich von Bühnenwelten für das Museum Folkwang erworben werden.
Die zweite Werkgruppe ist der Maske gewidmet. Fotografische Arbeiten von Grete Stern (1904–1999), Gyula Pap (1899–1983) oder Josef Albers (1888–1976) veranschaulichen, dass die Maske in den Inszenierungen des Bauhauses nach der Übernahme der Bühnenwerkstatt durch Oskar Schlemmer (1888–1943) im Jahr 1923 ihre Bedeutung beibehielt.
Außerdem wird der einzige in Essen erhaltene Entwurf für den sogenannten Folkwangzyklus (1928) von Oskar Schlemmer präsentiert. An ihm wird deutlich, wie das neue Schulgebäude in Dessau in den künstlerischen Arbeiten der Bauhäusler selbst zum Schauplatz wird. Neben ausgesuchten Fotografien von László Moholy-Nagy (1895–1946) thematisiert die Kabinettausstellung dies auch mit einer Auswahl von Werken Theodore Lux Feiningers (1910–2011).
Die Verbindung der künstlerischen Produktion in den Werkstätten zur Theater- und Festkultur fokussieren sechs Fotografien von Marianne Brandt (1893–1983). Sie zeigen Brandts vielseitige Auseinandersetzung mit dem Licht, sowohl im Medium Metall als auch in der Fotografie. Mit dieser vierten Werkgruppe soll nicht zuletzt das OEuvre einer Künstlerin herausgestellt werden, der neben wenigen anderen Frauen am Bauhaus die Leitung einer Werkstatt übertragen wurde.

Unterstützt durch

Marianne Brandt
Selbstportrait mit Schmuck zum Metallischen Fest, Februar 1929, Reprint 1993
Museum Folkwang, Essen, © VG Bild-Kunst, Bonn 2019