Hermann Kätelhön

Ideallandschaft: Industriegebiet

6. Mai – 5. August 2018

Im November 1917 verlegte der Maler und Grafiker Hermann Kätelhön (1884–1940) seinen Lebensmittelpunkt nach Essen. Er folgte damit einer Empfehlung Ernst Gosebruchs, der damals Direktor des Kunstmuseum Essen war. Zuvor hatte Kätelhön einige Jahre in Hessen auf dem Land gelebt und dort die von der Industrialisierung noch unberührte Landschaft in zahlreichen Werken festgehalten.

Zum Zeitpunkt seiner Übersiedlung ins Ruhrgebiet hatte die Ausbreitung der Montanindustrie einen ersten Höhepunkt erreicht. Kohle und Stahl prägten nicht nur die Gesellschaft, sie veränderten auch das Gesicht der Region. Fördertürme, Hochöfen und Kaminschlote wurden zu neuen Landmarken, Erzbahntrassen durchschnitten ganze Landstriche, Abraumhalden wuchsen zu weithin sichtbaren Erhebungen.

Fasziniert von dieser industriellen Lebenswelt widmet sich Kätelhön nun der Arbeitswelt über und unter Tage, vor allem aber der Industrielandschaft in ihren unterschiedlichen Erscheinungsformen. Eine Auswahl seiner eindrücklichsten Landschaftsdarstellungen bildet den Mittelpunkt der Kabinettausstellung. Sie ist Teil des Gemeinschaftsprojekts Kunst & Kohle, das die RuhrKunstMuseen aus Anlass der Beendigung des Steinkohlenbergbaus im Ruhrgebiet für 2018 ins Leben gerufen haben.

In wirkungsvollem Gegensatz zur Modernität seiner Bildmotive greift Kätelhön mit seinen Industrielandschaften auf überlieferte Kompositionsformen zurück, die mindestens seit dem frühen 19. Jahrhundert gebräuchlich waren. Dies veranschaulicht der Vergleich mit Werken des Zeichners und Druckgrafikers Adrian Zingg (1734–1816), der ein bedeutender Vertreter der klassischen Landschaftsauffassung war. Einbezogen in die Ausstellung sind aber auch einige neusachliche Industriefotografien, die zeitlich parallel zu den Werken Kätelhöns entstanden, unter anderem von Albert Renger-Patzsch (1897–1966). Sämtliche Exponate stammen aus der Sammlung des Museum Folkwang.


Im Rahmen des Projekts Kunst & Kohle der RuhrKunstMuseen

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Kostenlose Bustouren der RuhrKunstMuseen zu Kunst & Kohle!
Am 19. Mai und 3. Juni ist das Museum Folkwang Teil der Bustour zum Thema SCHWARZES LAND.

Stationen:
Josef Albers Museum Quadrat Bottrop: Bernd und Hilla Becher, Bergwerke
Museum Folkwang Essen: Hermann Kätelhön. Ideallandschaft: Industriegebiet
Museum DKM, Duisburg: Die schwarze Seite

Nähere Informationen zu diesen und weiteren Bustouren hier...

Hermann Kätelhön
Zeche Minister Stein, um 1925
© Nachlass Hermann Kätelhön

Hermann Kätelhön
Stadt der Arbeit. Mine Bochum, undatiert
Foto: Museum Folkwang

Hermann Kätelhön
Zeche Minister Stein, Dortmund, 1932
Foto: Museum Folkwang