Maria Lassnig

10. März – 21. Mai 2017

Maria Lassnig (1919 – 2014) ist eine der bedeutendsten Künstlerinnen ihrer Generation. Ausgangspunkt und Gegenstand ihres malerischen und zeichnerischen Werkes ist der Körper: Wie lässt sich das eigene Körperbewusstsein darstellen? Diese Frage hat die erst spät gewürdigte österreichische Künstlerin zeitlebens beschäftigt. Die umfassende Retrospektive zeigt das Spektrum ihres Schaffens anhand von mehr als 40 Gemälden und ausgewählten Filmen.

Während ihrer langen Schaffenszeit ändert Maria Lassnig mehrfach ihren Stil, nie aber ihr Thema. Unablässig setzt sie Körperempfindungen ins Bild. Dabei richtet sich ihre Wahrnehmung beim Malen zugleich  ins Innere ihres Körpers und  nach außen auf die Leinwand. „Da habe ich eine realistische Nase gemalt und dafür keinen Mund, weil ich den Mund nicht gefühlt habe“, erklärt sie. Noch vor den Vertretern des Wiener Aktionismus und der Body Art definiert sie somit den Körper als Kern ihrer künstlerischen Auseinandersetzung. Bereits ab 1948 entstehen die ersten sogenannten „Body-Awareness-Zeichnungen“. Das Ergebnis ist ein solitäres und überaus stringentes Werk, das heute – im Zeitalter der digitalen ‚Entkörperlichung‘– bedeutender denn je erscheint.

Die Ausstellung zeigt die Bandbreite von Lassnigs frühen abstrakten, vom Informel inspirierten Körperumrissen über ihre Reflektionen des Sehens bis hin zu zahlreichen Selbstporträts, die Lassnigs künstlerischen Ansatz besonders gut veranschaulichen. Darunter sind beeindruckende malerische Metamorphosen des Selbst: So treten Gegenstände wie ein Kochtopf an die Stelle von bestimmten Körperteilen, die Augen ersetzt Lassnig wiederholt durch Augenklappen, dunkle Brillen oder lässt sie gleich ganz weg.

Immer wieder multiplizieren sich auf ihren Gemälden die Körper, wie angesichts des Schmerzes auf einem Gemälde mit dem Titel Krankenhaus oder sie gesellen sich zu tierischen Doppelgängern wie auf Zwei Arten zu sein/Doppelselbstporträt. Darüber hinaus präsentiert die Ausstellung Filme von Maria Lassnig. Neben ihrem Bezug zur Malerei zeigen sie auch die humoristische Selbstcharakterisierung Lassnigs und deren weit über die Malerei hinausgehenden erzählerischen Elemente.

Das Veranstaltungsprogramm zur Ausstellung finden Sie hier...


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Organisiert von

Maria Lassnig
Selbstporträt mit Stab, 1971
Öl und Kohle auf Leinwand, 193 x 129 cm
Maria Lassnig Stiftung
© Maria Lassnig Stiftung

Maria Lassnig, Juni 1983
Foto: © Kurt-Michael Westermann/ Maria Lassnig Stiftung

Maria Lassnig
Zwei Arten zu sein (Doppelselbstporträt), 2000
Öl auf Leinwand, 100 x 125 cm
Maria Lassnig Stiftung
© Maria Lassnig Stiftung