The Art Museum and Its
New Publics

Internationale Konferenz
29. und 30. Mai 2015

Viele der aktuellen Entwicklungen in öffentlichen Kunstmuseen werden vom Bestreben getragen, das Publikum auf neue und innovative Weise anzusprechen. Der Begriff „Publikum“ ist dabei weitgehend ein historisches Konzept, entstanden im ausgehenden 18. Jahrhundert als elementarer Bestandteil der Gründungsidee des öffentlichen Museums. Basierend auf Ideen von Nation und Staatenbildung war damit die Vorstellung verbunden, dass Museen und ihre Sammlungen offen und allen zugänglich sein sollten. Zeitgenössische Kunstmuseen ringen sichtlich mit der Überwindung dieser Semantik des Publikumsbegriffs wenn es darum geht, neue Praktiken und Räume zu erschließen, um neue Zielgruppen zu erreichen, neue Communities zu gewinnen und sich in der lokalen Umgebung zu verorten. Soziale Medien und das Web begünstigen zudem die Herausbildung neuer Formen der Teilhabe, die eine Verschiebung des Öffentlichen Raumes nach sich ziehen. Diese Entwicklungen fordern ganz grundlegend das Verständnis von „Publikum“ und „Museumsöffentlichkeit“ sowie den herkömmlichen Anspruch an den Nutzwert von Museen heraus.

Vor diesem Hintergrund nimmt das Museum Folkwang die Neupräsentation seiner von Karl Ernst Osthaus zu Beginn des 20. Jahrhunderts angelegten Gründungssammlung zum Anlass, das Konzept „Publikum“ im Museumskontext einer Prüfung und Präzisierung zu unterziehen. Wir gehen davon aus, dass dieses Konzept maßgeblich ist, einerseits um die Befähigung zu einer differenzierten und wertschaffenden Publikumsansprache zu erhöhen, und andererseits, um zur Diskussion von Schlüsselthemen, mit denen Museen heutzutage konfrontiert werden – wie Relevanz, Nachhaltigkeit, Inklusion, Diversität und neue Museumsöffentlichkeit – beizutragen. Wir fragen: Wie verwenden Museen den Begriff „Publikum“ in Bezug auf Menschen? Wie ermitteln Museen ihr „Publikum“ und warum setzen sie das „Publikum“ gleich mit Zielgruppen, Besuchern und durchaus auch mit Konsumenten? Wie wird das „Publikum“ konzeptionell gefasst: als Gemeinschaft, als Gruppe von Individuen, als Einzelpersonen? Wo liegen die Grenzen des Konzepts, die zu berücksichtigen sind, wenn Erwartungen an die Leistungsfähigkeit der Museen ausgesprochen werden? Ferner wollen wir fragen, wie das zeitgenössische Verständnis vom „Publikum“ neue Praxisfelder im Museumskontext prägt, darunter Modi der Sammlungspräsentation und Vermittlungsprogramme, die zu deren Unterstützung entwickelt werden.

Die Konferenz versteht sich als Beitrag zur anhaltenden Debatte über Museen, kulturelle Werte, ihre Bedeutung und ihren Stellenwert in der Gegenwartsgesellschaft. Ausgehend von den Fragen der Konferenz diskutieren Experten im abschließenden Podiumsgespräch die Besonderheiten des Ruhrgebiets und seines Museumspublikums.

Die Konferenz ist öffentlich und interessierte Besucher sind herzlich willkommen.

Das Programm

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In Kooperation mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen, dem Kunstring Folkwang e.V. sowie mit freundlicher Unterstützung von Prof. Dr. h.c. mult. Reinhold Würth und dem Folkwang-Museumsverein e.V.