Save the date: 14. Juni, 15:45 Uhr – Virtueller Vortrag von Nadine Engel am Museum der Arbeit, Hamburg

Museum Folkwang,  08.06.2021 - 17:59

Anonym, Afrika, Seitenteil eines Stuhls der Yoruba, Nigeria, ohne Datierung, Foto: Museum Folkwang

Nadine Engel spricht im Rahmen der Tagung ›Das postkoloniale Museum‹ über: ›The Politics of Display – Displaying the Politics. Wie mit der Sammlung ›Archäologie, Weltkunst, Kunstgewerbe‹ am Museum Folkwang Politik gemacht wurde‹

Rezipiert die breite Öffentlichkeit das Museum Folkwang heute als Kunstmuseum, so wurde es nicht als solches gegründet. Konstituierend war ein Sammlungsbereich, der aktuell noch als Archäologie, Weltkunst, Kunstgewerbe bezeichnet wird und auf Karl Ernst Osthaus zurückgeht. Osthaus, heute als wegweisender Mäzen moderner Kunst bekannt, trug seine Sammlung nicht nur zur Hochphase des deutschen Imperialismus und Kolonialismus zusammen, er nutzte koloniale Macht- und Handelsstrukturen zur Anlage seiner gattungs- und epochenübergreifenden Bestände. Nach seinem Tod wurde die Folkwang-Sammlung 1922 nach Essen transloziert und fusionierte dort mit den Beständen des städtischen Kunstmuseums zum Museum Folkwang Essen. Dessen erster Direktor Ernst Gosebruch knüpfte einerseits an Osthaus an, andererseits gab er dem kolonialen Engagement von Essener Mäzenen wie Krupp einen festen Ort und vermittelte in der Gegenüberstellung von Gemälden und ethnographischen Objekten stereotype, zum Teil rassistische Vorstellungen. Unter seinem von den Nationalsozialisten ernannten Nachfolger Klaus Graf von Baudissin wurden die archäologischen, kunsthandwerklichen und ethnographischen Objekte in den 1930er-Jahren weiter politisiert. Das Referat wird dies an Beispielen aus Wechsel- und Dauerausstellungen im Museum Folkwang beleuchten: der Präsentation von afrikanischen Objekten in den 1910er-Jahren in Hagen, der Neupräsentation der Folkwang-Sammlung in Essen ab 1929 sowie der Präsentation von japanischem Kunsthandwerk in den späten 1930er-Jahren.  

Weitere Informationen und Anmeldung: Museum der Arbeit, Hamburg

Das Tagungsprogramm zum Download...