Nofretete, Ramses und Osiris

Die Ägyptische Sammlung

Verlängert bis 21. Mai 2018

Die Sammlungsgeschichte des Museum Folkwang spiegelt das vielseitige kulturelle Interesse von Karl Ernst Osthaus mit Beginn des 20. Jahrhunderts. In Malerei und Bildhauerei konzentriert er sich vorwiegend auf zeitgenössische Arbeiten aus Frankreich und Deutschland und erweitert seinen Horizont in dem Bereich der kunstgewerblichen Abteilung weltweit. Schon vor der Eröffnung des Museums im Jahr 1901 bespricht sich Osthaus mit dem langjährigen Direktor des Hamburger Kunstgewerbemuseums Julius Brinkmann und erwirbt unter anderem japanische Keramik für seine Sammlung. Ein dichtes Netzwerk von Kennern, Händlern und befreundeten Beratern stehen dem Sammler zur Verfügung, um Erwerbungen etwa in Japan oder Andalusien zu tätigen oder über Auktionen bevorzugt in Paris bedeutende Stücke der Sammlung zuzuführen.

So ist es Karl Ernst Osthaus auch gelungen, einen Überblick über die künstlerische und kunsthandwerkliche Produktion des alten Ägypten zusammenzustellen – von den Anfängen der ägyptischen Geschichte, der Reichseinigungszeit (Dynastie 0, um 3100–3000 v. Chr.), der vorgeschichtlichen Zeit über das Ende der politischen Geschichte (332 v. Chr.) hinaus bis in die römische Zeit. Fast alle Objekte stammen aus Gräbern oder aus dem Bereich der Totenverehrung. Ein Teil der Gefäße, etwa für Öle, Salben und Schminke, sind aus buntem, dauerhaftem, Hartgestein – wie Diorit, Brekzie, Gabbro, Serpentinit, Basalt oder Kalkstein, Alabaster und Anhydrit – in unübertroffener Perfektion gefertigt. Neben Gefäßen und zahlreichen Amuletten gelang es Osthaus auch, besondere Skulpturen und Reliefs zu erwerben.

Die aktuelle Präsentation der Ägyptischen Sammlung im Museum Folkwang macht anschaulich, dass es Osthaus nicht um ein gezielt enzyklopädisches Sammeln ging. Vielmehr stand für ihn neben der Faszination für das Objekt insbesondere seine ästhetische Wirkung im Vordergrund – ganz im Sinne seines Ansatzes, die Gesellschaft ästhetisch zu schulen. So wechseln sich im Helm/Helmet/Yelmo frühe Bronzen und winzige Amulette mit Gefäßen und Totenmasken aus edlem Stein und einfachem Ton ab.

Die Auffächerung im Helm wird von historischen Fotografien ägyptischer Monumente sowie stilisierenden Steinarbeiten, Figuren und Reliefs flankiert. Nicht zuletzt vom fast lebensgroßen Kopf der Nofretete, der – obwohl nicht von Osthaus, sondern erst in den 1960er Jahren erworben – einen Höhepunkt innerhalb der Ägyptischen Sammlung darstellt.

Veranstaltungen:

Im Land der Pharaonen – Öffentliche Themenführungen
So, 13 Uhr

26. 11. 2017 „O Isis und Osiris!“ – Die ägyptische Götterwelt
7. 1. 2018 Leben und Tod am Nil – Gefäße aus Stein, Ton und Alabaster
25. 2. 2018 Wider den bösen Blick – Das Udjat-Auge und andere magische Amulette

Mit Dr. Carola Nafroth, Ägyptologin und Koptologin (Münster)

Die Führungen beginnen jeweils mit einem Überblick zu den Exponaten im Helm/Helmet/Yelmo von Los Carpinteros und vertiefen die Betrachtung anhand eines speziellen Themas aus Kunst und Alltag im Alten Ägypten.

Teilnahmegebühr: 3 / 1,50 € / Kunstring Folkwang frei 

Ägypten
Kopf der Nofretete, Amenophis IV./Echnaton, ca. 1377–1358 v. Chr.
Künstler unbekannt, von einer Grenzstele aus Tell el-Armarna
Kalkstein, 19,5 x 33,7 x 23,5 cm
Erworben 1961
© Museum Folkwang, Essen, Foto: Jens Nober

Ägypten
Statuette einer sitzenden Katze, ptolemäische Zeit, 664-30 v. Chr.
Bronze
Museum Folkwang, Foto: Hans Hansen