Neu in der Sammlung

Viktoria Binschtok

Pumps & Globes

27. 10. 2017 bis Frühjahr 2018

Was uns täglich umgibt und mehr als selbstverständlich genutzt wird, bleibt oft unreflektiert. Dies trifft insbesondere auch auf die digitalen Bilderwelten im World Wide Web zu, die sich aus privaten, institutionellen oder gar aus automatisierten Quellen speisen. Wer macht sich dabei schon Gedanken über die Zirkulation dieser Bilder, über zu Grunde liegende Algorithmen bei der Bildersuche oder über das Verhältnis von Realität und Abbild?

Die Fotokünstlerin Viktoria Binschtok (*1972 in Moskau) widmet sich mit ihrer künstlerischen Arbeit diesem komplexen Themenfeld – aus verschiedenen Perspektiven und mit unterschiedlichen Konzepten. Sie nutzt hierfür aufgefundene digitale Daten oder speist eigene Bilder in das virtuelle Netz mit ein, um sie dann wiederum mit eigenen, analog entstandenen Fotografien zu kombinieren und ins Verhältnis zu setzen. Drei komplex angelegte Werkserien stehen im Mittelpunkt der Ausstellung Pumps & Globes, die sich mit der Bildwelt von Ebay, Google Street View oder den immanenten Prozessen bei der Bild-zu-Bild-Suche auseinandersetzen. Binschtok verlagert ihre Analysen und eigenen künstlerischen Schlussfolgerungen mittels subtiler Kontextverschiebungen in den Ausstellungsraum – und so überraschen Pumps und Globen jetzt gemeinsam in einem größeren Zusammenhang. Gezeigt werden jetzt neben ihrer jüngsten, 2015 begonnenen Werkgruppe Endless Cluster auch Arbeiten aus der Serie World of Details sowie die bereits 2002 entstandene Arbeit Globen.

Allen Arbeiten von Viktoria Binschtok liegt die Betrachtung digitaler Bildprozesse zugrunde. Sie führt sie mit ihrer künstlerischen Arbeit in den realen Raum zurück und entzieht sie somit ihrer nahezu unkontrollierbaren, mehr aber noch einer unreflektierten Verselbstständigung.
 
Die Präsentation Pumps & Globes basiert auf Leihgaben und eigenen Sammlungsbeständen. Sie entstand in enger Zusammenarbeit mit der Künstlerin und wird durch die Sammlerin Gudrun Ruetz und die Galerie Klemm’s unterstützt.

Ausstellungsansicht Viktoria Binschtok – Pumps & Globes
aus der Serie: Globen, 2002
Courtesy Galerie Klemm‘s, Berlin
Foto: Museum Folkwang, Jens Nober

Ausstellungsansicht Viktoria Binschtok – Pumps & Globes
aus der Serie: Endless Cluster, seit 2015
Courtesy Galerie Klemm‘s, Berlin
Foto: Museum Folkwang, Jens Nober

Ausstellungsansicht Viktoria Binschtok – Pumps & Globes
aus der Serie: World of Details, 2011/2012
Courtesy Galerie Klemm‘s, Berlin
Foto: Museum Folkwang, Jens Nober