6 ½ Wochen

Selma Köran – Exit Athena

19. Nov. 2020 – 3. Jan. 2021

Mit ihren surreal anmutenden, multimedialen Installationen stellt Selma Köran (*1989) überkommene Machtstrukturen und Geschlechterverhältnisse in Frage. Für ihre erste institutionelle Ausstellung Exit Athena hat sich die junge Künstlerin einen kanonischen Text der europäischen Kultur vorgenommen und ihn in ein überbordendes filmisches Spektakel verwandelt: Hesiods Theogonie erzählt die Geschichte der griechischen Gottheiten. Die Künstlerin fügt diesem Text ein fiktives letztes Kapitel hinzu, in dem sie die Hierarchie der Götterwelt auf den Kopf stellt. Die Heldin in Körans feministischer Neufassung ist die kluge und rebellische Athene, die gegen ihren eigenen Vater Zeus zum Wettkampf antritt. Selma Köran entwirft ihre alternative Mythologie in einer Bildsprache der Übersteigerung. Sie bringt die Sinnlichkeit und Aggressivität in Hesiods Kosmos hervor und setzt sie bunt und anarchisch in Szene. Die lineare Erzählstruktur des Textes weicht einem fragmentarischen Nebeneinander von grotesken Filmszenen und animierten Sequenzen mit Knetfiguren.

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Selma Köran
Aphrodite (Filmstill aus Exit Athena)
© Selma Köran 2020