Reine Abstraktion ist mir zu wenig, und den Naturalismus verabscheue ich.
Eine Vortragsreihe für Hans Josephsohn (1920-2012)

Im Rahmen der Ausstellung Hans Josephsohn. Existenzielle Plastik (30. 3. – 24. 6. 2018) wird die Vortragsreihe im Museum Folkwang u.a. folgende Aspekte in den Fokus rücken: Wie lässt sich ein Œuvre wie das von Hans Josephsohn befragen und verstehen? Welche Rolle spielt dabei der Schweizer „Horizont“, d.h. wie kann dieses Werk im größeren Zusammenhang des kunsthistorischen Gefüges und Diskurses europäischer Bildhauerei thematisiert und verortet werden?

Fünf Experten aus der internationalen Forschungsgemeinschaft erläutern das Werk in seinem Wesen, seinen Bezügen, seinem Kontext.

Do, 5. 4. 2018, 18 Uhr
Arie Hartog
, Direktor Gerhard-Marcks-Haus, Bremen
Masse und Bild, oder wie Josephsohn eine Tradition reanimierte

Do, 19. 4. 2018, 18 Uhr
Antoinette Le Normand-Romain
, Paris, ehem. Generaldirektorin des INHA (bis 2016), Paris 
La figure humaine : un défi pour les sculpteurs, de Rodin à Josephsohn (Vortrag in frz. Sprache mit Simultanübersetzung)

Do, 17. 5. 2018, 18 Uhr
Ileana Parvu
, HEAD – Genève, Professeur associé Histoire et théorie de l'art, Département des arts visuels, Genf
Gegen Matisse. Relief und menschliche Figur im Werk von Hans Josephsohn

Do, 31. 5. 2018, 18 Uhr
Christa Lichtenstern
, Berlin, Prof. em. der Universität des Saarlandes (UdS), Kunstgeschichtliches Institut, Saarbrücken
Grazie und Masse. Josephsohns neue Ausdrucksplastik

Do, 14. 6. 2018, 18 Uhr
Christian Spies
, Prof. Allg. Kunstgeschichte, Universität zu Köln 
Skulptur, Objekt, Körper. Traditionslinien des Plastischen bei Hans Josephsohn

Hans Josephsohn
Stehende (1968), Relief (1974) und Halbfigur (1991)
Courtesy Josephsohn Estate, Kesselhaus Josephsohn/Galerie Felix Lehner, Hauser & Wirth
Foto: Stefan Altenburger

Luigi Ghirri. Fotografie als Begehren – Podium und Workshop
Do, 21. 6. , 14–17 Uhr

1987 formulierte Luigi Ghirri in seinem Essay Thinking of a Necessary Image ein Seelenbild der Fotografie. Will man sich der Welt stellen, als Mensch zunächst, nicht als Künstler, und stellt sich ihren Bildern, steht einem die Fotografie bei, gedacht als Begehren – als Utopie. Es handelt sich hierbei nicht einfach um Facetten der Wahrnehmung, sondern umfasst ein universales Begehren und die Utopie als Formulierung von Möglichkeiten, der Welt zu begegnen. In der Notwendigkeit der Bilder. Vision, Erkenntnis und Poesie sind in diesem Zusammenhang u.a. die Schlagworte, über die sich die Veranstaltung Luigi Ghirris Bilddenken annähert.

Die Veranstaltung ist Auftakt der Reihe „Wissenschaft trifft...“. Mit der neuen Veranstaltungsreihe möchte die Gemeinschaftsinitiative „Wissenschaftsstadt Essen“ (www.wissenschaftsstadt-essen.de) Vernetzung und Dialog verschiedener gesellschaftlicher Bereiche mit der Wissenschaft in Essen fördern. Anlässlich der Ausstellung Luigi Ghirri. Karte und Gebiet laden das Museum Folkwang und die Initiative „Wissenschaftsstadt Essen“ Experten und Interessierte zu einem offenen Podium mit Workshop ein. Wissenschaftliche Kapazitäten u.a. aus dem Ruhrgebiet treffen sich im Museum Folkwang, um „Fotografie als Begehren“ (Luigi Ghirri) und die Poesie der Fotografie – bei Ghirri auch in Motiven von Fernweh und Reisen – zu thematisieren. Die Veranstaltung richtet sich sowohl an Studierende der Bildwissenschaften, Fotografie und Kunstgeschichte, als auch an Fach- wie Themeninteressierte.

Begrüßung
Muchtar Al Ghusain, Beigeordneter für Jugend, Bildung und Kultur der Stadt Essen

Einführung und Moderation
Dr. Isabel Hufschmidt, Museum Folkwang

Vorträge und Podium
PD Dr. Michael Anacker, Institut für Philosophie, Ruhr-Universität Bochum: "Enigmas resolved with the heart" – Von der Erfahrung in Kunst und Wissenschaft

Prof. Dr. Birgit Mersmann, Fellow am Internationalen Kolleg Morphomata der Universität zu Köln: Wider die Betäubung des Blicks: Wahrnehmung und Beobachtung im fotografischen Werk von Luigi Ghirri

Dr. Alma-Elisa Kittner, Institut für Kunst und Kunstwissenschaft, Universität Duisburg-Essen: Luigi Ghirri. Topographische Erkundungen in Farbe

Die Teilnahme ist kostenfrei. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.

      

Mit freundlicher Unterstützung von

Luigi Ghirri
Salzburg, 1977
© Eredi Luigi Ghirri