Stipendien und Preise

Stipendienprogramm „Zeitgenössische deutsche Fotografie“ der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung
Die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung vergibt seit 1982 in Zusammenarbeit mit der Fotografischen Sammlung im Museum Folkwang Stipendien für Zeitgenössische deutsche Fotografie. Die Förderung wendet sich an Fotografinnen und Fotografen (ohne Altersbegrenzung), die unabhängig von einer Auftragsarbeit ein fotografisches Vorhaben über einen längeren Zeitraum erarbeiten möchten. Die Ausschreibung ist weder thematisch gebunden noch einem bestimmten Bereich der fotografischen Praxis zugeordnet. Die Stiftung möchte mit diesem offen gehaltenen Förderprogramm eine zeitgemäße bildnerische Auseinandersetzung mit fotografischen Sicht- und Darstellungsweisen fördern. Die Fotografische Sammlung im Museum Folkwang betreut dieses Förderprogramm. Alle zwei Jahre werden jeweils zwei Stipendien ausgeschrieben. Die Auswahl der Stipendiaten erfolgt durch eine Jury mit wechselnden internationalen Mitgliedern.

Das Auswahlverfahren ist vertraulich. Auskünfte über Entscheidungsgründe werden nicht gegeben. Rechtsansprüche auf Zuerkennung des Stipendiums sind ausgeschlossen.

Höhe und Dauer des Stipendiums:
Das Stipendium ist mit 10.000 Euro dotiert und wird für die Dauer eines Jahres vergeben. Innerhalb dieses Zeitraums muss das geplante fotografische Vorhaben abgeschlossen sein. Eine Dokumentation bzw. Beispiele aus dem Projekt sind nach Abschluss an die Fotografische Sammlung zu übermitteln.

Stipendien Museumskuratoren für Fotografie“ der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung
Im Jahr 2000 startete das Förderungsprogramm der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung „Museumskuratoren für Fotografie“, das angehenden Fotokuratorinnen und -kuratoren eine museumsspezifische Ausbildung an drei fotografischen Sammlungen innerhalb Deutschlands ermöglicht. Neben der Fotografischen Sammlung im Museum Folkwang sind das Kupferstich-Kabinett Dresden und das Fotomuseum im Münchner Stadtmuseum an dem Programm beteiligt. Drei Stipendiatinnen/Stipendiaten sind für jeweils ein halbes Jahr an diesen drei Museen tätig. Seit 2010 beteiligen sich zudem das Getty Research Institute, Los Angeles, das Jeu de Paume, Paris, und das Victoria and Albert Museum, London. Das Stipendium wird mit einem halbjährigen Aufenthalt bei einem der drei kooperierenden internationalen Museen abgeschlossen. Das Stipendium ist mit insgesamt 30.000 Euro dotiert und wird alle zwei Jahre vergeben.

Albert Renger-Patzsch-Preis
Seit 1991 vergibt die Stiftung Dietrich Oppenberg den Albert Renger-Patzsch-Preis, einen mit 25.000 Euro dotierten europäischen Fotobuchpreis, alle drei Jahre für eine Buchproduktion. In Erinnerung an Renger-Patzschs großartige Leistungen zur Geschichte der dokumentarisch orientierten Fotografie und seines Beitrags zur Entwicklung des Fotobildbandes benannte die Dietrich Oppenberg Stiftung Essen diese Publikationsförderung europäischer Fotografie nach diesem bedeutenden Fotografen. Der Preis soll Fotografinnen und Fotografen die Möglichkeit geben, solche Fotoprojekte zu realisieren (nicht älter als drei Jahre), die als Buch konzipiert sind. Die Kandidatenfindung erfolgt über Vorschläge beratender Fachleute. Aus diesen Nominierungen wählt eine international besetzte Jury das zu fördernde Projekt aus eingereichten Buchentwürfen aus. Bisherige Preisträger waren Silke Grossmann (1991), Rita Ostrowskaja (1994), Boris Mikhailov (1997), Trine Søndergaard (2000), Peter Piller (2003), Aglaia Konrad (2006), Paola de Pietri (2009) und Lisa Barnard (2012).

Förderpreis Dokumentarfotografie
Seit 1999 vergibt die Wüstenrot Stiftung im zweijährigen Turnus einen Förderpreis Dokumentarfotografie. Die Ausschreibung richtet sich an Absolventen und Absolventinnen, die ihr Examen an einem deutschen Ausbildungsinstitut im Bereich Fotografie abgelegt haben. Die Wüstenrot Stiftung möchte mit diesem Preis zur fotografischen Auseinandersetzung mit gesellschaftlicher Realität anregen. Den Preisträgern wird im Anschluss an ihr Studium nicht nur die Chance für ein finanziertes Projekt geboten, sie erhalten außerdem die Möglichkeit, ihre Arbeitsergebnisse in Form einer Ausstellung und eines Katalogs der Öffentlichkeit zu präsentieren.

International Photography Research Network
Das International Photography Research Network (IPRN) ist ein 2004 gegründeter Zusammenschluss europäischer Institutionen, die unter der Leitung der Universität von Sunderland für gemeinsame Foto-Projekte kooperieren. Dazu gehören das Museum Folkwang, Dom Fotografie, Poprad/Slowakei, die Universität von Leiden/Holland, die Universität von Jyvaskyla/Finnland und der Arts Council of England. Ziel dieses Netzwerkes ist es, über die Vergabe von Stipendien an Fotografen Projekte anzuregen, die dazu beitragen, die kulturelle Vielfalt Europas einer breiteren Öffentlichkeit nahezubringen. Im Zeitraum zwischen 2004 und 2007 wird ein fotografischer Austausch zwischen so verschiedenen Ländern wie Island, Litauen, der Tschechischen Republik, Frankreich, Italien, Spanien, Russland, Brasilien und Südafrika stattfinden. Geplant sind 18 Auftragsarbeiten in 15 Ländern, drei Ausstellungen, die in Deutschland, Finnland und Holland stattfinden werden, darüber hinaus drei internationale Konferenzen in Sunderland, der Slowakei und Finland sowie drei Publikationen. Die erste Konferenz wird unter dem Thema »Work«, dem Motto der Projekte, die von Fotografinnen und Fotografen im ersten Jahr realisiert wurden, im September 2005 in Sunderland abgehalten. Eine Wanderausstellung mit einer Auswahl von Arbeiten war 2006 unter dem Titel Changing Faces u.a. im Museum Folkwang zu sehen.

Informationen zu den Stipendien und Preisen erhalten Sie unter T +49 (0)201 8845 100 (Fotografische Sammlung).