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Architektur

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Museum Folkwang
Freitreppe zum Eingangsbereich
© Museum Folkwang, Foto: Rolf Kosecki / Bonn

Altbau
Im Mai 1960 wurde der erste Folkwang-Neubau nach dem 2. Weltkrieg eröffnet: der heute denkmalgeschützte, so genannte Altbau. Der Vorgängerbau von Edmund Körner an selber Stelle war kurz vor Kriegsende durch Bomben zerstört worden. Die Planungen für den Neubau begannen 1954, 1956 beschloss die Stadt Essen zu bauen. Die Architekten Werner Kreutzberger, Erich Hösterey und Horst Loy konzipierten einen der gelungensten Museumsbauten der Nachkriegszeit. Ein transparentes Gebäude, streng an den großen Vorbildern der klassischen Moderne orientiert. Seine besondere Ausstrahlung gewinnt es durch Innenhöfe, die viel Licht einlassen und durch große Fenster, die das Haus für den Besucher nach Außen öffnen. Von der Kahrstraße aus ermöglichen sie einen Blick in das Innere des Gebäudes, so dass Besucher und Passanten die Kunstwerke der Sammlung selbst von außen erblicken können – dies entspricht der Philosophie des Museumsgründers Karl Ernst Osthaus’, nach der die Kunst nah am Menschen sein solle. Im Altbau zeigt das Museum heute die Meisterwerke des 19. und 20. Jahrhunderts. Die Zeit erforderte ein neues Gebäudekonzept.

Neubau
Im August 2006 gab Prof. Dr. h.c. mult. Berthold Beitz, Kuratoriumsvorsitzender der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, bekannt, dass die Stiftung als alleinige Förderin die Mittel für den Neubau des Museum Folkwang zur Verfügung stellt. Die Krupp-Stiftung setzt mit dieser Entscheidung die über Jahrzehnte gewährte großzügige Unterstützung in einzigartiger Weise fort.
Aus einem von der Stadt Essen ausgelobten internationalen Architekturwettbewerb ging im März 2007 David Chipperfield Architects als Sieger hervor. Das Gebäude wurde von der Neubau Museum Folkwang Essen GmbH, einem Unternehmen der Wolff Gruppe, errichtet und im Januar 2010, zur Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010, eingeweiht.
Die Identität des Altbaus sollte im Konzept des Neubaus als selbständiger Baukörper erhalten bleiben. Beide Gebäude ergeben heute ein einmaliges Ensemble, das vor allem der Begegnung mit den Kunstwerken dient.
Der Neubau setzt das architektonische Prinzip des Altbaus mit einem Ensemble von sechs Baukörpern und vier Innenhöfen, Gärten und Wandelhallen fort. Die öffentlich zugänglichen  Bereiche des Neubaus schließen sich verbunden durch zwei Glaspassagen auf einer Ebene ohne Niveauunterschiede den bestehenden Ausstellungsräumen an. Eine großzügige Freitreppe führt vom Museumsplatz an der Bismarckstraße in den neuen Eingangsbereich, der als offener Innenhof Restaurant und. Das neue Museum Folkwang bietet eine abwechslungsreiche Raumfolge mit viel natürlichem Licht für alle Bereiche. Der Neubau orientiert sich zur Essener Innenstadt und bildet im Zusammenspiel mit dem benachbarten Kulturwissenschaftlichen Institut einen neuen städtebaulichen Akzent.