UG im Folkwang

Das Museum Folkwang hat seine Ausstellungsräume im Untergeschoss für die Bespielung durch institutionelle Partner geöffnet. Insbesondere angehende Künstlerinnen und Künstler haben im UG die Möglichkeit, die eigene Arbeit im musealen Umfeld zu erproben.

Hypógeion (ὑπόγειον)
Klasse Katharina Fritsch
Kunstakademie Düsseldorf
10. Mai – 16. Juni 2019

Eröffnung: 9. Mai, 18 Uhr

Teilnehmende Künstlerinnen:
Anna Lena Anton, Sven Raik Bernick, Jonas Blum, Kai Cui, Hakan Eren, Klara Kayser, Sean Mullan, Conrad Müller, Anja Neumann, Alexander Toporka, Denise Werth, Gao Yutao

In der Ausstellung „Hypógeion“ präsentiert eine Gruppe von zwölf jungen Künstler/innen ihre Arbeiten. Das Bindeglied der ausstellenden Künstlergruppe ist Frau Prof. Katharina Fritsch, bei der sie mit ihren unterschiedlichen Ansätzen und künstlerischen Ausführungen gemeinsam studierten.

In der Antike wurden unterirdische Kammern, in denen kultische Praktiken durchgeführt oder Grabanlagen eingerichtet wurden, altgriechisch „Hypógeion“ genannt. Zu späterer Zeit überlieferte sich die Bezeichnung auch für unterirdische Anlagen von Amphitheatern. Diese wurden gebaut, um die Gladiatoren und wilden Tiere schnell unterirdisch in die Arena führen zu können. Im Zusammenhang der Ausstellung bezieht sich der Begriff auf die örtliche Situation, bei der sich die Ausstellung der Arbeiten im Untergeschoss des Museums befindet.

Vielleicht aber auch mehr als das: Der Anspruch jeden Künstlers, einen Gedanken, eine Form oder eine Struktur sichtbar oder spürbar werden zu lassen, wird ebenfalls in dem Titel der Ausstellung repräsentiert. Das künstlerische Werk umfasst seit jeher ein Mysterium, das der Künstler aus den Katakomben des künstlerischen Bewusstseins in die Realität der Wahrnehmung führt. Auch eine gewisse Analogie zu Gladiatoren ist zulässig, denn die jungen Künstler fordern mit ihren höchst unterschiedlichen Positionen den Betrachter heraus, die individuellen Spielregeln der gezeigten Werke zu erforschen.

Die Vielfalt der verwendeten Techniken postuliert die Zeitgenössische Kunst, die sich einmal mehr durch eine inhaltliche Tiefe der Arbeiten auszeichnet. Fotografie, Malerei und Skulpturen sind ebenso vertreten wie gegenwärtige Verfahren, z.B. Foto- und Scanogramme sowie Installationen. Die teilnehmenden Künstler/innen präsentieren Werke, die Verwirren, zum Hinterfragen anregen und den Besucher einladen, die Arena neuer Sehgewohnheiten zu betreten.
Text: Christina Kreuzberg, M.A.