William Forsythe 2019 im Museum Folkwang

William Forsythe (*1949) ist in diesem Jahr mit neun Projekten im Museum Folkwang zu Gast. Den Auftakt machte am 5. Februar 2019 City of Abstracts im Foyer des Museums. Die interaktive Videoarbeit stellt den Menschen und sein Verhältnis zum Raum in den Mittelpunkt. Seit Juni sind die Human Writes Drawings (im Rahmen der Sammlungspräsentation NEUE WELTEN) sowie die neue ortspezifische Arbeit Aviariation zu sehen. Im November präsentiert Forsythe mit drei Vermittlern die partizipative Arbeit Acquisition/Körperschaft.

Acquisition/Körperschaft
Seit vielen Jahren entwickelt der renommierte Choreograf und Künstler William Forsythe „Instructions“ als choreografische Handlungsanweisungen. In seiner neuen, für das Museum Folkwang konzipierten Arbeit beschäftigt sich Forsythe mit dem Verhältnis von ideellen und kommerziellen Werten im Kunsthandel und der Institution Museum. Das klassische Verständnis des Museums basiert auf der Idee des Sammelns, Bewahrens und Präsentierens. Forsythe kehrt dieses Verhältnis um und konzipiert das Museum als Ort der Produktion und des Erwerbs. Er nimmt dabei Bezug auf die von Karl Ernst Osthaus geprägte Folkwang-Idee und in der Folge vom Bauhaus propagierte Durchdringung von Kunst und Leben. 

Drei Vermittler_innen (Franziska Aigner, Tilman O`Donnell und Rachel Walton) empfangen das Publikum im Gartensaal des Museum Folkwang und bieten kurze choreografische Handlungen von William Forsythe an. Erst durch das Begreifen und den Prozess, es sich zu eigen zu machen, können diese erworben werden und so in den Besitz der Besucher übergehen. Darüber hinaus können während des Aktionszeitraums an verschiedenen Orten im Museum textliche sowie audiovisuelle Instruktionen und Installationen von William Forsythe erprobt und erfahren werden. Forsythe lässt mit Acquisition/Körperschaft ein breites Publikum an seinem choreografischen Kosmos nicht nur als Rezipient und Betrachter teilnehmen, sondern macht es zum Teilhaber, Komplizen und Botschafter seiner Arbeit.

Anknüpfend an seine Werkpräsentation im Museum Folkwang inszeniert der Künstler und Choreograf bei PACT Zollverein ein neues choreografisches Objekt sowie ein eigens konzipiertes Film- und Installationsprogramm. Mit der Uraufführung einer neuen Bühnenarbeit von Brigel Gjoka und Rauf’RubberLegz’Yasit, die in Zusammenarbeit mit Forsythe entstand, wird das Programm um eine junge, performative Perspektive erweitert. Das Live-Projekt in Kooperation mit PACT Zollverein findet im Rahmen von „Konstellationen“ statt.

„Konstellationen“ ist ein Kooperationsprojekt mit der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen und dem tanzhaus nrw in Düsseldorf, Museum Folkwang und PACT Zollverein in Essen, Museum Ludwig und dem Zentrum für Zeitgenössischen Tanz an der Hochschule für Musik und Tanz Köln im Rahmen von
„100 jahre bauhaus im westen“, Land Nordrhein-Westfalen und Landschaftsverbände Rheinland (LVR) und Westfalen-Lippe (LWL), gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen. Schirmherrin ist Isabel Pfeiffer-Poensgen, Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.

In Kooperation mit       Im Rahmen von         

                         

Ein Projekt von

 

Die Projekte im Überblick:

Seit 5. Februar 2019: City of Abstracts / Foyer
Seit 21. Juni 2019: Human Writes Drawings / in der Sammlungspräsentation NEUE WELTEN
Seit 29. Juni 2019: Aviariation / im Innenhof
Seit 17. September 2019: Lecture from Improvisation Technologies / Filmbox, Foyer
Ab 22. November 2019:
Acquisition/Körperschaft / Gartensaal
Unsustainables 1 (Run in a Circle)
Unsustainables 2 (Putting One Foot in front of the Other)
Backwards
Turning Your Eyes

William Forsythe
Lectures from Improvisation Technologies, 2011, Video, 9:40 min.
The Forsythe Company and ZKM, 2011
On the basis of Improvisation Technologies, A CD-ROM by William Forsythe, Nik Haffner, Volker Kuchelmeister, Yvonne Mohr, Astrid Sommer, Christian Ziegler, Produced at ZKM Karlsruhe, 1994 & 1999

William Forsythe
City of Abstracts
Foto: Tanja Lamers