Ausstellungen
KATE NEWBY – I’m asking
Die neuseeländische Künstlerin Kate Newby (*1979) wählt für ihre ortsspezifische Installation im Museum Folkwang den Übergang zwischen dem 1960 eröffneten Museumsbau und dem Erweiterungsbau von 2010. Beide Gebäudeteile sind durch die Formensprache modernistischer Architektur geprägt und zeichnen sich durch klare Linien, rechteckige Innenhöfe und weitläufige Glasfronten aus.
Glas und Beton, die Baustoffe der Moderne, bilden den Ausgangspunkt von Newbys Arbeit. In ihren Händen werden sie zu fragilen, formbaren Materialien, in denen sie buchstäblich ihre Spuren hinterlässt. Auf zwei Glasscheiben zum Innenhof hat sie vertikale, handgezogene Linien und zahlreiche Fingerabdrücke in das Glas eingeschmolzen. Die dreidimensionalen Strukturen der Glasarbeit Good Sound reagieren auf Licht und Bewegung und verändern im Tagesverlauf ihr Erscheinungsbild je nach Lichteinfall und Blickwinkel.
Die Linien der Glasarbeit setzen sich in der Betonarbeit I'm asking auf dem Rasen des Außenraums fort. Als helle, strukturierte Betonlinien ziehen sie sich durch den Innenhof und verschwinden hinter zwei kleinen Hügeln. Sichtbare Spuren der Bearbeitung verweisen auch hier auf den Herstellungsprozess. Ergänzt werden die beiden Arbeiten durch Glasfragmente aus der Umgebung des Museums, die Newby in den Beton integriert hat. Sie stellen eine weitere Verbindung zwischen Innen- und Außenraum des Museums her.
Newbys Werke unterlaufen die klare Ästhetik des Gebäudes. Sie wirken roh, beiläufig und unscheinbar und fügen sich so selbstverständlich in ihre Umgebung ein, dass sie nicht unmittelbar als Kunstwerke erkennbar sind. Gerade dadurch schärfen sie den Blick für das Übersehene und eröffnen poetische Reflexionen über Orte, Materialien und alltägliche Wahrnehmung.
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