Ilinca Fechete und Andrzej Steinbach erhalten Krupp-Stipendium für Zeitgenössische deutsche Fotografie 2026
Die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung vergibt in Zusammenarbeit mit der Fotografischen Sammlung des Museum Folkwang zwei Stipendien für Zeitgenössische deutsche Fotografie. Eine international besetzte Jury entschied sich aus über 300 Bewerbungen für den Projektvorschläge Oram Littoris Primi Lego von Ilinca Fechete und Gesichtsmaske von Andrzej Steinbach. Fechete und Steinbach erhalten je 13.000 Euro, um die eingereichten Projekte umzusetzen.
Die Preisträger:innen
Ilinca Fechete (*2002 in Târgu MureČ™, Rumänien, lebt in München) richtet in ihren transmedialen Forschungen den Blick auf verschiedene Materialitäten von Papieren, die heute nicht mehr produziert werden. Nach langwierigen Recherchen bei Herstellern und Distributoren hat sie für ihre Arbeit Kleinstmengen und Restbestände zusammengetragen. In händischen Prozessen und mithilfe eines selbstgebauten Druckers entstand der mehrteilige Werk- und Recherchezyklus Oram Littoris Primi Lego. Fechete, die 2025 bei Hito Steyerl diplomiert, wird mit dem ausgezeichneten Projektvorhaben ein neues, experimentelles, fotografisches „Buchwerk“ realisieren. Dieses soll sowohl als physisches und greifbares Objekt als auch in Form abgeleiteter, unikaler Werke für den Ausstellungsraum entstehen.
Andrzej Steinbach (*1983 in Czarnkow, Polen, lebt in Berlin) beschäftigt sich seit mehreren Jahren in fotografischen und kuratorischen Projekten mit der Semantik fotografischer Bilder. Mit teils ambivalent aufgeladenen Ausformungen forciert er einen künstlerischen Blick darauf, wie wir auf Einzelbilder, Abfolgen und Serien von Körpern, Haltungen und Objekten schauen. Welchen Ausdruck und welche Zuschreibungen finden sich in unterschiedlichen Darstellungsformen von Figuren und Gesten? In seinem ausgezeichneten Projekt „Gesichtsmaske“ richtet Steinbach seinen Blick auf das fotografische Porträt und geht der Frage nach, ob das menschliche Antlitz in mechanischen Bildern möglicherweise der apparativen Logik von Maschinen folgt.
Das Stipendium der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung für Zeitgenössische deutsche Fotografie
Das seit 1982 existierende Stipendium gehört zu den renommiertesten Auszeichnungen für zeitgenössische Fotografie in Deutschland. Die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftungfördert mit dem offen gehaltenen Förderprogramm eine zeitgemäße bildnerische Auseinandersetzung mit fotografischen Sicht- und Darstellungsweisen; die Fotografische Sammlung des Museum Folkwang betreut das Programm. Alle zwei Jahre werden jeweils zwei Stipendien ausgeschrieben. Die Auswahl der Stipendiat:innen erfolgt durch eine Jury mit Vertreter:innen der Krupp-Stiftung, des Museum Folkwang sowie von den beiden Institutionen benannten, unabhängigen Fachleuten.
Mitglieder der diesjährigen Jury waren:
- Sophia Greiff, Co-Head of Program und Kuratorin C/O Berlin
- Sophie Haslinger, Direktorin Fotomuseum Winterthur
- Takashi Homma, Fotograf, Tokio
- Ingomar Lorch, Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, Essen
- Thomas Seelig, Leiter Fotografische Sammlung, Museum Folkwang, Essen
Das Förderprogramm der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftungrichtet sich an Fotograf:innen, die unabhängig von einer Auftragsarbeit ein fotografisches Vorhaben über einen längeren Zeitraum erarbeiten. Susanne Keichel und Roxana Rios erhielten 2024 das Stipendium der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung für Zeitgenössische deutsche Fotografie. Die nächste Ausschreibung erfolgt voraussichtlich 2028.
Andrzej Steinbach
Industriespiegel, 2024
© Andrzej Steinbach,
VG Bildkunst, Bonn 2026
Ilinca Fechete
Oram Littoris Ultima Lego, 2026
© Ilinca Fechete
Internationale Jury
V.l.n.r.: Takashi Homma, Ingomar Lorch, Sophia Greiff, Thomas Seelig, Sophie Haslinger
Foto: Museum Folkwang, Jens Nober
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